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Warum wir Zwergwidderkaninchen züchten?

Tierschützer lehnen die Zucht von Kaninchen mit der Begründung ab, dass es eh schon zu viele Kaninchen in den Tierheimen gäbe und dass Zwergwidder eine qualzuchtrelevante Rasse darstellen. Oft werden wir mit der Frage konfrontiert, warum wir überhaupt züchten müssen und statt dessen nicht aus unserem Hof lieber einen Gnadenhof für alte und kranke Tiere machen?

Man könnte auch die Hebamme fragen, warum sie angesichts der Überbevölkerung in der Welt und der weiter wachsenden Alterspyramide nicht lieber als Altenpflegerin arbeiten möchte? Sie würde wahrscheinlich antworten: "weil ich es weder kann noch möchte". So ist es auch bei uns. Wir züchten Kaninchen, weil wir das einfach gut können und weil es uns Freude macht. Es gibt Leute, die sind zum Retten und Pflegen geeignet und Leute wie mich, die Alten- und Krankenpflege nur zeitlich sehr begrenzt verkraften. Ich finde es schön, dass es das Hobby von Tierschützern ist, pflegebedürftige Tiere zu versorgen. Es gibt aber auch viele Leute, die sich über mein Hobby freuen und dankbar sind, dass es Züchter gibt, wo man den Weg des Kaninchens aus dem Nest bis zum Tage der Adoption schon mitverfolgen kann.  Anders als die Tierschützer immer behaupten, verdienen wir keinen Cent mit der Zucht, auch nicht wenn wir ein Kaninchen für 100,- oder 200,-Euro verkaufen. Wir investieren sehr viel Geld in unser Hobby und wir rechnen die Unkosten lieber nicht zusammen, weil es eben ein Hobby ist, das meist halt Geld kostet. Wir denken anders als ausländische Massenzüchter überhaupt nicht wirtschaftlich. Wir fordern von Liebhabern nicht den Preis, den wir selbst für die Nachzucht aufgewendet haben, sondern den Preis, den wir auf dem Markt erzielen können. Jegliche Rechnungen der Tierschützer zum Preis eines Kaninchens gehen an der Realität vorbei. Es ist eine reine Liebhaberei, die natürlich trotzdem mit großer Ernsthaftigkeit und Verantwortung betrieben wird.

Autoren schreiben ja auch weiterhin neue Bücher obwohl es schon genügend in der Bücherei gibt.

Außerdem sitzen hier im Tierheim Leipzig gar nicht viele Kaninchen, die auf einen neuen Möhrchengeber warten. Genau gesasgt sind es gerade 5 (Stand 12/22) im Gegensatz zu 11 Hunden. In anderen Tierheimen der Umgebung sind es meist weniger Kaninchen und ich kann mit Sicherheit sagen, dass in keinem der Tierheime in unserem Bundesland, die eine Webseite betreiben, eines unserer Nachzuchtkaninchen sitzt.

Wenn wir keine Kaninchen mehr züchten, wo soll denn dann der Liebhaber überthaupt seine Kaninchen herbeziehen? Aus den osteuropäischen Massenzuchten, die nicht gerade für ihre tiergerechten Zustände in der Auzucht bekannt sind und große Zooladenketten beliefern? Oder vom Rassekaninchenzüchter aus einem Kaninchenzuchtverein? Diese Züchter verkaufen nur sehr selten an Liebhaber, weil sie die Jungkaninchen meist alle bis zur Zuchtreife selbst behalten wollen. Im Verein organisierte Rassezüchter sehen erst im Alter von 4-5 Monaten bei einem Jungtier, ob es später für die Weiterzucht oder für die Ausstellung geeignet sein wird. Diese Rassen und Jungtiere sind auch meist nicht auf Liebhabereigenschaften hin gezogen und werden in aller Regel nicht ganz so zahm und zutraulich sein, wobei natürlich auch da Ausnahmen die Regel bestätigen. Rassezüchter haben meines Wissens überhaupt kein Interesse an einem Liebhabermarkt, da sie in einem sportlichen Wettstreit mit anderen Züchtern stehen und ihre Zuchtlinien keinesfalls irgendwohin verkaufen möchten.

Auch wir möchten mit unserem Hobby, der Kaninchenzucht, nicht vordergründig einen Liebhabermarkt bedienen, sondern vor allem schöne stolze und gesunde Kaninchen eines bestimmten Typs nachziehen. Dabei hoffen wir in jedem Wurf auf etwa ein supertypvolles Tier in einer bestimmten Farbe, mit welchem wir unsere Zuchtziele im nächsten Jahr weiterverfolgen können. Alle anderen Nachwuchsminis dürfen in Liebhaberhände ziehen und ganz wenige unter Umständen auch in andere uns bekannte Zuchten. Sollten wir keine Liebhaber mehr für unsere Nachzuchten finden, züchten wir halt weniger. Wir haben kein Interesse an Schlachttieren für den privaten Fleischverzehr.  Wenn wir eines unserer Tiere abgeben, dann immer mit ausführlicher Information zum Charakter und Gesundheitszustand. Wir verkaufen wissentlich keine kranken Tiere und geben gern Auskunft, warum ein Kaninchen aus unserer Sicht nicht für die Weiterzucht geeignet ist. Diese Liebhabertiere sind nicht krank sondern meist entspricht ihr Körperbau oder die Kopfform nicht ganz dem Rassestandard. Diese Feinheiten sind für den Liebhaber meist auch gar nicht erkennbar.

Die Forderungen, die manche Tierschützer an die Kaninchenzucht stellen (Großgruppenhaltung, E. Cuniculi Ausschluss, Kopf CT beim Widder, Kokzidienprophylaxe, Rammlervergesellschaftung und großer Freilauf 24/7) sind in ihrer Umfänglichkeit überhaupt nicht mit vernünftiger Zucht in Einklang zu bringen. Tierschützer mögen Experten darin sein, kranke Tiere und solche aus schlechten Haltungsbedingungen zu retten, von echter Zucht haben sie gar keine realistische Vorstellung geschweige denn Ahnung. Meist posten sie selbst gern sehr viele Fotos von der Aufzucht eines Wurfes kleiner Notfallkaninchen im Rahmen der Tierrettung, aber haben etwas dagegen, dass andere Leute Kaninchenbabies im Rahmen einer vernünftigen Zucht aufziehen.

Auch Tierschützer könnten unter den Bedingungen und Standards, die sie von uns Züchtern verlangen, selbst keine Liebhabertiere erfolgreich nachziehen. Und weil sie das genau wissen, dass das so nicht geht, sind sie ja auch prinzipiell gegen Kaninchenzucht. Doch wenn halbwegs erfahrene und vernünftige Züchter aufhören, dann gibt es irgendwann nur noch die sogenannten Notfallkaninchen. Wieso man deren Kauf unterstützen sollte, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Wir Züchter entscheiden uns aufgrund unserer langjährigen Zuchterfahrungen über Generationen bewusst gegen so manchen gut gemeinten Ratschlag der Tierschützer. Nicht weil wir unsere Tiere nicht genauso lieb hätten, sondern weil  man in der Nachzucht von gesunden  und kräftigen Kaninchenbabies eben nicht von Vornherein alle Keime bekämpfen darf. Im Gegenteil werden nur Tiere für die Zucht eingesetzt, die sich als sehr immunstark zeigen, so dass auch deren Nachkommen eine starke Immunabwehr gegen bestimmte Kokzidienstämme zum Beispiel entwickeln.

Zum Vorwurf dass Widder eine qualzuchtrelevante Rasse seien, lesen sie bitte unsere Auffassung zum Thema Qualzucht im Untermenu der Rassebeschreibung. Außerdem sehr empfehlenswert in diesem Kontext ist der sehr informative Artikel der Kanichenzeitung dazu

https://www.kaninchenzeitung.de/wp-content/uploads/2022/12/E-Paper_Kaninchenzeitung_Qualzuchten_.pdf

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